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Tschechoslowakischer Wolfshund Welpe

Vom Welpen zum Junghund

Gute Hundeerziehung zeichnet sich aus durch Sachverstand, Konsequenz, Verständnis und Liebe zum Tier. Bei mehreren zusammenlebenden Hunden übernehmen die älteren oft diese Aufgabe. Das ist sicher eine große Hilfe, darf den Tieren aber nicht allein überlassen werden. Mehr...

Hundeschule

Sozial und bindungswillig

Die Anschaffung eines TWH will gut überlegt sein. Zwar ist er prinzipiell ein umgängliches Tier, allerdings erfordert er als hochintelligenter Hund ein großes Einfühlungsvermögen von seinem Besitzer um ein ausgeglichener und angenehmer Lebensgefährte zu werden. Sein Einfallsreichtum sollte nicht unterschätzt werden. Mehr...

Techoslowakischer Wolfshund

Bewegung ist das A und O

Große, sportliche Hunde brauchen zwingend genügend Auslauf und Beschäftigung. Ein unterforderter Wolfshund kann unter Umständen zu einem großen Problem werden. Mehr...

Ein wichtiges Thema - die Erziehung des TWH

Liebevolle aber konsequente Hundeerziehung

Ausnahmen bestätigen die Regel

Ein Tschechoslowakischer Wolfshund ist sicher kein klassischer Anfängerhund!

Der TWH mausert sich zur Zeit dank eines wachsenden Verständnisses für den Wolf heraus aus der dunklen Ecke der blutrünstigen Bestie zum verklärten Abbild von unverdorbener Natur, Freiheit und Abenteuer. Beide Mythen entsprechen weder dem wilden Wolf noch dem TWH als seinem zahmen Abbild. Der zahme Wolf als Freund und treuer Begleiter mag reizvoll sein - ohne genaues Wissen über die Eigenarten und Ansprüche dieser Rasse führt die unüberlegte Anschaffung immer wieder in Tierheime oder Notvermittlungen. Ein unzureichend sozialisierter, fehlgeprägter TWH kann ein nervraubender Zeitgenosse sein. Aus zweiter Hand erworben ohne genaues Vorwissen über seine Vergangenheit kann so ein Hund im negativen Sinne zur Wundertüte werden. Schlechte Erlebnisse können das Tier nachhaltig prägen. Vorbesitzer, die das Tier loswerden möchten, werden in den seltensten Fällen mit der ganzen Wahrheit rausrücken! So ein Hund mag in der Anschaffung billiger sein - was er dafür aber an Nerven kosten kann, ist im Vorfeld oft nicht absehbar. (mehr dazu unter dem Kapitel Anschaffung) Seine Eigenschaften machen ihn nicht unbedingt "schwieriger" als so manchen deutschen Schäferhund, Herdenschutzhund oder Kampfund. Auch diese gehören nicht zu den typischen Anfägerhunden. Viele TWHs machen ihren Haltern die Erziehung sogar denkbar einfach. Jeder TWH ist ein Individuum mit einem ganz eigene Charakter und daher eigenen Anforderungen an seine Erziehung. Der nachfolgende Bericht ist daher als grober Leitfaden zu verstehen.

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Den Ruf relativ "leicht" erziehbar und unkompliziert zu sein haben Labradore, Pudel und eine Reihe kleinwüchsiger Rassen, die schon auf Grund ihrer geringen Größe selbst bei groben Erziehungsfehlern keine wirkliche Gefahr darstellen können. Dies soll nicht heißen, dass der TWH besonders schwierig wäre, sondern einiges an Hundeerfahrung, Platz und viel Zeit erfordert. Er kann nicht in einer Etagenwohnung gehalten werden, von jemandem, der täglich acht Stunden oder mehr außer Haus ist.

Nicht streng und unnachgiebig, aber konsequent!

Wie bei allen großwüchsigen Hunden, die schon allein durch ihre Kraft manchen Menschen überlegen sein könnten, muss die Erziehung mit aller Konsequenz und nötiger Autorität erfolgen, wobei auch hier der Grundsatz gilt: Lob, also positive Verstärkung, ist erfolgreicher als Strafe.

Durchsetzungsvermögen in Verbindung mit Geduld, Zeit und Verständnis ist eine unerlässliche Voraussetzung für die Erziehung jedes Hundes. Bringt man diese nicht auf, sollte man so ehrlich zu sich selbst sein und im eigenen Interesse und im Interesse des Hundes keinen TWH anschaffen.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, das Wort Autorität nicht falsch zu verstehen! Es bedeutet liebevolles aber bestimmtes Aufzeigen von Grenzen, Geboten und Verboten und hat nichts, aber auch rein gar nichts mit Despotismus zu tun. Der TWH ist, seines robusten und imposanten Äußeren zum Trotz, sensibel gegenüber Ungerechtigkeit und Geschrei. Jeder normale, gesunde Hund wird darauf bestenfalls mit Angst und Flucht vor seinem Herrn reagieren, aber niemals mit Gehorsam. Ein selbstbewusster Hund wird sich irgendwann auflehnen. Wozu das unter Umständen führen kann, muss hier nicht geschildert werden. Horrormeldungen von agressiv gewordenen TWHs und anderen Wolfshundrassen sind bereits mehrfach durch die Medien gegangen. Von unkontrollierbaren, völlig unvorhersehbaren Angriffen auf Kinder und Erwachsene war die Rede. Unter die Lupe genommen hat sich in allen Fällen eine falsche Haltung herausgestellt - oft in Verbindung mit Isolation und einem einsamen Leben im Zwinger. Übergriffe auf Menschen sind schlimm genug. Der Leidtragende ist aber letztendlich immer der Hund.



Der TWH - sensibel aber wehrhaft

Ein in sich gefestigter TWH ist selbstbewusst. Er weiß um seine souveräne Ausstrahlung und hat es in der Regel nicht nötig, drohend seine Überlegenheit zu demonstrieren. Zugleich aber ist er ausgesprochen sensibel und reagiert auf Ungerechtigkeiten. Wird er über einen längeren Zeitraum falsch gehalten, schlecht behandelt oder gar misshandelt, wird er sich das merken. Von Natur aus gutmütig wird er zunächst versuchen, zu beschwichtigen. Er will ja nichts lieber als seiner Bezugsperson gefallen. Kommt er damit nicht zum Erfolg, wird er versuchen zu entkommen. Führt auch das nicht zum Erfolg bleibt ihm aus seiner Sicht nichts anderes als sich wehren und er zeigt dann im schlimmsten Falle ein ganz anderes Gesicht. Auch ein hochgewachsener, kräftiger Mann sollte nicht dem Irrtum erliegen, dass so ein Hund viel kleiner und mit weit weniger Kampfgewicht daherkommt! Die Natur hat ihn ganz anders konzipiert und was ihm an Masse fehlt, macht er durch Wendigkeit und Reaktionsschnelligkeit mehr als wett. Außerdem ist er im wahrsten Sinne des Wortes bewaffnet bis an die Zähne!

Nicht streng und unnachgiebig, aber konsequent!

Um alle seine vielen, guten Anlagen zur Entfaltung zu bringen, ist es wichtig, ihn von Welpenbeinen an in allen Lebensbereichen gute Erfahrungen machen zu lassen, auch natürlich im Umgang mit anderen Hunden. Behutsam sollte man ihn an Situationen gewöhnen, in denen er mit vielen Menschen, Unruhe oder lauten, plötzlichen Geräuschen konfrontiert sein wird. Unbekannte Menschen sollten ihm gegenüber nicht aufdringlich sein, sondern ihm die Chance eines langsamen, behutsamen Kennenlernens geben, bei dem er optimalerweise selbst den ersten Schritt machen darf.

Eine Angelegenheit, zu deren Verständnis natürlich der Hundehalter gefragt ist. Sollte der Hund Widerwillen gegen bestimmte Personen hegen und dies auch zeigen, so sollte man dies akzeptieren. Seine Ablehnung bekundet ein Hund je nach Charakter zunächst defensiv. Auf diese Zeichen ist zu achten! Er versucht dann möglicherweise mit eingezogenem Schwanz, angelegten Ohren und geduckter Haltung der Situation zu entkommen. Dieses Recht sollte er haben. Wichtig ist dabei aber, ihn in einer ungerechtfertigen Angst vor Personen oder Situationen, von denen real keine Gfeahr ausgeht zu bestärken indem man ihn für den Rückzug durch entsperechendes Verhalten belohnt. Man erzieht sich auf diese Weise sonst ein unnötig ängstliches Tier. Gehen Sie Ihrem Hund stets im wahsteren Sinne des Wortes mit gutem Beispiel voran. So wie Sie auf Menschen zugehen und sie empfangen, so wird es auch Ihr Hund machen. Er hat Ihre Aktionen und Reaktionen stets genau im Blick und schaut von Ihnen ab.

In einer guten Hundeschule lernen Sie die vielfältigen und oft blitzschnellen Körpersignale Ihres Hundes kennen und deuten. Ebenso begutachtet aber auch der Hund Sie nach Ihrer Austrahlung. Er erkennt untrüglich Ihre Stärken und Schwächen. Auch Sie können und sollten lernen, sich Ihrem Hund neben verbalen Kommandos durch Ihre Köperhaltung und -Sprache mitzuteilen.

Anders sieht es aus, wenn der Hund ungerechtfertigt Aggressionen zeigt. Ein Anknurren oder gar Zähnefletschen und Zubeißen darf auf gar keinen Fall durchgehen. Hier hat die Zurechtweisung auf der Stelle mkit aller nötigen Härte zu erfolgen. Dazu wird der Hund aber nicht geschlagen sondern auf eine Weise bemaßregelt, die er als Hund auch verstehen kann. Bei sensiblen Tieren genügt oft ein lautes, scharfes "Aus" oder "Nein" und eine vorübergehende Abwendung vom Hund. TWHs reagieren aufgrund ihres ausgesprochenen Sozialverhaltens auf diese Form der Zurückweisung durch das "Leittier" sehr stark. Die Botschaft wird verstanden. Größere Probleme mit selbstbewussteren Tieren sind unbedingt individuell mit einem geeigneten Hundetrainer zu klären. Letzteres gilt auch, wenn der Hund anderen Hunden gegenüber unverträglich ist. Eine gewisse Abneigung bestimmten Hunden gegenüber mag gerechtefrtigt sein - aggressives Verhalten aber darf nicht geduldet werden.

Bei allen Zweifeln und Bedenken sollten Sie nicht zögern eine gute Hundeschule aufzusuchen. Eventuelle Fehler in der Erziehung können hier am besten schon im Vorfeld vermieden werden. Einmal eingeschlichen ist es viel schwieriger Fehlverhalten im Nachhinein zu korrigieren. Ein Tschechoslowakischer Wolfshund ist in einer Hundeschule ebenso gut aufgehobenen wie jeder andere Hund.



Wieviel Wolf ist im TWH?

Ebenso wie die Wölfe, die zu seiner Entstehung beigetragen haben, reagiert er von Natur aus sensibel und manchmal ängstlich auf die Reizüberflutung der menschlichen Gesellschaft.

Ist es einem aber einmal gelungen, ihm diese Scheu zu nehmen (und das so früh wie möglich) wird auch er ein menschenfreundlich sein. Wie bereits angemerkt werden derart scheue TWHs dank guter Zuchtauswahl heute seltener - aber es gibt sie noch.

Da dieser Hund später in die Pubertät kommt als andere Rassen und seine vollständige Reife erst im Alter von etwa drei Jahren erlangt (auch hier zeigt sich der Wolf in ihm), ist die Erziehung eine langwierigere Angelegenheit. Hündinnen werden oft nur einmal im Jahr läufig.

Wie Menschenkinder auch, wird er vor allem in der Pubertät immer wieder zum Teil hartnäckig austesten, ob gesetzte Grenzen nicht doch überschritten werden können. Vor allem jetzt sind Geduld, Konsequenz und ebenfalls Hartnäckigkeit vom Besitzer gefragt. Es ist noch kein schwerwiegender Erziehungsfehler, einmal (aus welchem Grund auch immer) eine Ungehörigkeit des Hundes nicht gleich zu ahnden. Geschieht das aber gehäuft, gelangt der Hund unweigerlich früher oder später zu der Überzeugung doch zur Führungspersönlichkeit geboren zu sein. Nicht unbedingt, um den Menschen zu unterdrücken, sondern weil er ihn selbst als zu schwach und unfähig erkannt hat, um zu führen und zu leiten. Der Hund wird nun dem Menschen Grenzen aufzeigen und, weil er seiner Aufgabe in einer Menschenwelt gar nicht gerecht werden kann, unzufrieden, unglücklich und letztendlich vielleicht sogar unberechenbar werden.



Zu beachten ist weiterhin ein ausgeprägter Jagdtrieb in Verbindung mit enormer Körperkraft und Ausdauer, die, wenn dieser Hund nicht zur Jagd eingesetzt werden soll, auf andere Weise befriedigt, bzw. kompensiert werden muss. Tests haben ergeben, dass TWHs in der Lage sind, 100km am Stück zurückzulegen, mit anschließender erstaunlich kurzer Rekonvaleszenzdauer. Mit Spaziergängen an der Leine ist es also nicht getan, wenn der Hund nicht gleichzeitig auch geistig gefordert wird.

Beute zu machen ist für ihn als Raubtier ein so selbstverständlicher Bestandteil seiner Natur, dass er ein bloßes Verbot desselben als irriges Verhalten unsererseits bewerten und kaum beachten wird, wenn er nicht gut erzogen ist. Auch verschafft ihm das Spazierengehen an der Leine nicht die nötige Bewegung, die er dringend braucht um sowohl körperlich, als auch seelisch ausgelastet zu sein. Es ist hilfreich, ihn vor Spaziergängen eine halbe Stunde im sicher umzäunten Garten austoben zu lassen. Aber auch hier unterscheiden sich TWHs in ihren Bedürfnissen zum Teil stark.

Er braucht viel Beschäftigung. Letzteres auch in geistiger Hinsicht.

Er ist überdurchschnittlich intelligent und lernbegierig und will eine sinnvolle Aufgabe, die ihn befriedigt. Er lernt gern und schnell, wenn man versteht ihn zu motivieren, allerdings wird er sich konsequent weigern seiner Meinung nach unsinnige Befehle auszuführen oder stupide Wiederholungsübungen auszuführen. Einfaches Stöckchen apportieren ist nicht seine Sache, wenn man es nicht mit interessanten Suchspielen verbindet. Bietet man ihm die Möglichkeit geistiger Entfaltung nicht, wird er sich unweigerlich seine Beschäftigung selbst suchen und das selten zur Freude seiner Besitzer. Sich selbst überlassen kann er ein kaum vorstellbares Zerstörungspotential an den Tag legen.

Wolfshunde sind obendrein sehr wohl in der Lage, durch bloßes Beobachten zu lernen. In kürzester Zeit wissen sie, Türen, Fenster, Schränke, etc. zu öffnen. Selbst der Gebrauch von Schlüsseln ist ihnen bald kein Geheimnis mehr, sie sind durchaus in der Lage Zusammenhänge herzustellen. Es sind wohl nur die feinmotorischen Probleme, die sie hindern Schlüssel auch zu benutzen! Mit Drehknäufen und Kippverschlüssen werden viele dagegen mühelos fertig. Sollte daher vorübergehend ein TWH einmal eingesperrt werden müssen, sollte das Gehege absolut ausbruchsicher sein. Ein frei auf der Strasse herum laufender Wolfshund mag noch so friedlich sein, allein seine Gestalt wirkt auf viele Menschen furchteinflößend. Viel schlimmer ist aber, das der Hund einen Unfall verursachen könnte.

Kind mit Tschechoslowakischem Wolfshund

Ausbruchskünstler auf vier Pfoten

Das Problemlösungsverhalten ihrer wölfischen Vorfahren befähigt sie zu Ausbruchsphantasien, die die menschliche Vorstellungskraft weit übersteigen. Zwei Meter hohe Zäune oder Mauern sind kein wirkliches Hindernis. Maschendraht oder Holzeinzäunungen halten auf Dauer der Kraft ihres Gebisses nicht stand. Was nicht übersprungen oder überklettert werden kann (auch hierin sind sie sehr geschickt) wird untertunnelt wenn die Absperrung nicht mindestens einen halben Meter tief in den Boden eingelassen ist. Hat man ein solches (in aller Regel sehr teures) Gehege, muss man sich auf sein ausdauerndes, lautstarkes Heulkonzert gefasst machen, das, wenn man es selbst in Abwesenheit schon nicht mitbekommt, die wenigsten Nachbarn zu Begeisterungsstürmen veranlasst. Dass er so gut wie nie bellt (obwohl er dazu in der Lage ist) heißt nicht, dass er sich nicht äußerst lautstark bemerkbar machen kann! Dieser Hund bleibt schlecht und ungern allein. Zwar kann man ihn daran gewöhnen, aber er wird stets unter der Abwesenheit seiner Bezugspersonen leiden.

Die Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten, sowohl mimisch und gestisch, als auch “verbal” sind beeindruckend und kommen denen der Wölfe sehr nah. Wer es versteht, seine Sprache zu erlernen, hat viele Möglichkeiten, mit ihm zu kommunizieren.

All dies macht ihn sicher nicht zu einem leicht zu haltenden Hund. Bringt man aber den notwendigen Platz, das Verständnis, Geduld und Liebe für dieses wunderbare Geschöpf auf, wird man belohnt mit einem absolut treuen, zuverlässigen und loyalen Partner, der für den Menschen, dem er seine ganze Liebe schenken kann, buchstäblich durchs Feuer gehen würde. Hierin liegt noch eine letzte Warnung: Haben Sie sich nach gründlicher Überlegung für diesen Hund entschieden, hüten Sie sich davor, in seiner Gegenwart offensichtlich mit jemandem in Streit zu geraten. Glauben sie ihre Bezugsperson bedroht, greifen viele Hunde durchaus auch ungefragt ein!

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